Damals in Dark Age of Camelot

April 15th, 2008 | Dark Age of Camelot | 3 Comments »

Irgendwie passt es eigentlich nicht zu World of Warcraft, aber irgendwie eigentlich doch. Hier geht es diesmal nicht um WoW sondern um ein Spiel aus der Vergangenheit das ich mit besonderen Gefühlen verbinde. Die Rede ist von Dark Age of Camelot (auch DAoC genannt). Gerade ebend beschlich mich mal die Neugier was aus Daoc geworden ist und ich schaute mir einige Screenshots und Videos auf Youtube an. Eine merkwürdige Sehnsucht überkam mich. Nicht unbedingt nach dem Spiel, oder sagen wir, nicht nur nach DAoC, sondern nach den Leuten, dem Zusammenhalt, den guten und den schlechten Tagen.

Es war fast eine GZSZ-Zeit. Das richtige Abenteuer spielte sich zwischen den Spielern ab, wer kann mit wem, wer mit wem nicht und warum nicht. Die ganze Community war damals, so wie ich sie erlebt habe, eine riesige Familie. Da gab es noch keine Auktionshäuser, keine Ports für Gold, ach überhaupt hat man kaum auf Gold geachtet. Man ist mit den großen mal in die Dungeons der Kleinen und hat sie unterstützt, meist mit Buffs oder Klamotten die man gefunden hat, oder hat sein Inventar / Bankfach geleert und einem fremden Stufe 15 Char, LVL 20 Items, in die Hand gedrückt.


Dabei sind oftmals wirklich schöne Bekanntschaften, Freundschaften, Liebschaften und oft auch sogar mehr entstanden. Ich frage mich oft, warum es dieses Gefühl, in dem Ausmaß nicht auch bei WoW gibt ? Sind die Menschen gieriger geworden ? Werde ich langsam alt und kann mit der stetig wachsenden Profitgier nicht mehr mithalten… Es gibt nette Leute in WoW ja, aber diese kann man wie die Nadel im Heuhaufen suchen. Auch hat man das Gefühl, das man wirklich, für alles und überall bezahlen muss/soll. Es liegt vielleicht auch etwas an der Spielmechanik, das sich “Solospiel” rein Xp-technisch mehr lohnt. In DAoC gab es Gruppenbonus und der Zwang, das Klassen erst im Zusammenspiel großer Gruppen richtig ihre Fähigkeiten entfalten konnten. Es gibt 1000 Gilden, die jeden Tag in den Hauptstädten von Azeroth nach Mitgliedern suchen, aber wann findet man mal eine Gilde wo man sich wohlfühlt ? Wo man wirklich gemeinsam mal etwas macht und sich nicht nur für den nächsten Raid zusammenfindet und dann wieder alle in alle Himmelsrichtungen verströmen. WoW ist anders als DAoC, rein von der Optik moderner, dafür auch qietschbunt mit einem leicht verspieltem Comiclook, was aber keineswegs dem Spielspaß abträglich ist, höchstens dem Rollenspiel ;) Denn hier sieht eigentlich nichts wirklich böse aus, höchstens skurril.

Zum Glück scheine ich nun, wo ich auf einem neuen Server, auf neuer Seite begonnen habe, tatsächlich, rein Gildentechnisch einen Glücksgriff gemacht zu haben, denn bisher fühle ich mich sehr wohl da, kein Erfolgsdruck, einfach nette entspannte, aber keineswegs inkompetente Leute. Auch wenn mir der Name, “Silberschwingen” immer noch nicht zu 100% gefällt, aber ich denke, der Name ist das wenigste an den man bei einer Wohlfühlgilde denkt, solange man nicht mit Namen wie “Uberulers”, “Götter des Universums” oder “AusArschBlitzer” leben muss.

Zurück zu den alten DAoC Tagen, an dieser Stelle möchte ich meinen Dank mal ins Nichts hinaus an besondere Menschen schicken, auch wenn sie dies hier nicht lesen. In meinen ersten Wochen / Monaten, beheimatete ich Midgard auf Logres und lernte dort einige wirklich nette Menschen kennen. Einige dieser die ich nicht vergessen habe, mag ich hier nochmal Grüßen, in chronologischer Reihenfolge:

Midgard / Logres

  • Pax – Heilerin // Ursprünglich lernte ich Pax mit meinem ersten Char kennen, damals ein Krieger Namens Goultar, er spielte damals einen Zwerg, wir beide waren um LvL 5-7 rum, als wir uns kennenlernten und ich ihn mit unendlich vielen Anfängerfragen löchern durfte… es muss hart für ihn gewesen sein mit mir – Später stellte sich heraus er schon eine große Heilerin hat und eine große Gilde, mit vielen netten Leuten, diese mich auch aufnahmen und mir meinen ersten Gildenumhang überreichten. War ich stolz und war das feierlich.
  • Carven – Dunkle Runenmeisterin // Carven.. tja, das war eine lange Story die ich hier nicht breit treten mag, möchte an dieser Stelle auf jeden Fall nochmal alles Liebe wünschen und hoffe sie/er hat wo auch immer jetzt, eine Menge Spaß, die kleine Tesla muss wahnsinnig anstrengend für sie damals gewesen sein… Standen die beiden ja kurz vor einer Frauenhochzeit, aber Carven wollte dann doch ihre Verehrer nicht enttäuschen :)
  • Bambam – Berserker // Ein wirklich netter Kerl, der sehr entspannt mit sehr unentspannten Situationen umgehen konnte. Für einen Berserker hatte er immer eine Mordsgeduld.
  • Steel – Skalde //Er war etwas durchgeknallt, aber immer gut drauf, hatte eine sympathische Art von Witz und konnte auch gern über sich selbst lachen, trug auf jedenfall mit zum guten Gildenklima bei.
  • Rix – Schattenklinge // Ich weiss nicht ob es ein Er oder eine Sie ist, was auch irrelevant ist, damals war sie für uns soetwas wie das Gildennesthäkchen. Sanftes Gemüt, sehr leicht zu verstimmen und zerbrechlich, das Nesthäkchen stand ihr gut denke ich ;) Im Grunde, brachte sie mich wegen beruhigender Ausflüge nach Albion/Lyonesse.
  • Runi – Runenmeisterin // Wenn ich an Runi denke, fällt mir nur eins ein, extremste Lauf und Reitfaulheit, Dungeonwechsel ? Ja, aber bitte nicht heute sonst gehe ich lieber off… :)

Albion / Lyonesse

  • Yorohama – Klerikerin // Mehr als nur Bekanntschaft und IG-Nettigkeiten. Eine der tiefsten Begegnungen in DAoC, viel Verbinde ich heute noch mit ihr in diesem Spiel, vieles schwappte auch ins RL, eine der liebevollsten und geistreichsten Persönlichkeiten die ich nicht missen mag. Sie und Anatos heirateten damals in der alten Kapelle bei Camelot, das zeigt doch schon wie nah sie mir stand ;)
  • Ritsuko Akagi alias Fencheltee alias Flizi alias Oberlix (Minnesängerin / Ordensschwester / Zauberin / Paladin) // Ein Kerl zum Pferdestehlen, jemand mit dem ich sehr gern in DAoC Zeit verbracht habe, viele Stunden voller Albernheiten, Rollenspiel und lustigen Begebenheiten. Wäre einer der Gründe, warum ich nochmal DAoC anfangen würde… einer der Gründe ;) Schade der Kontakt im Sande verlaufen ist, wenn sie ihm die Onlineverbindung nicht gekappt haben, spielt er sicher immer noch DAoC.
  • Erdensohn – Zauberer // Ziehmlich durchgeknallt und in jeder hinsicht amüsant, für alle Gemeinheiten zu haben und immer gut drauf, hatten Superspaß!
  • Gilthoniel Elbenstern – Kabbalistin // Ich glaube sie mochte Anatos sehr, was heisst glauben, sie mochte den kleinen Theurgen. Kennengelernt haben wir uns damals bei den Bäumen in… (Geist lässt nach) das Highlvlgebiet im alten DAoC-Classic, wo man sich um die Baumspots geprügelt hat. Ein sehr netter Mensch steckte auch hier hinter dem Polygongerüst ;)

Mehr fallen mir gerade nicht ein, ich habe sicher noch unviele Chars vor Augen, aber mir fallen die Namen einfach nicht mehr ein (Mir fallen ja kaum noch die Namen meiner ganzen Chars ein), man möge mir verzeihen, falls jemand mich noch kennt und meint er würde fehlen, das Kommentarfeld ist freigegeben.

Leveln auf 50 bei den Baeumen in Lyonesse

Vielleicht kommt ja irgendwann soetwas wie ein DAoC 2.0… ich mochte das Tauziehen zwischen den 3 Reichen, die unterschiedlichen Begebenheiten, Chars, Klassen und Rassen. Vor allem aber mochte ich eins, das das Spiel erwachsener schien, alles wirkte etwas ernster bedrohlicher, schöner, lustiger etc. Man konnte mehr in die Welt eintauchen, ein wunderschöne Zeit. Sechs Jahre ist es nun her, seit meine Donnerkriegerin in Midgard das Licht der Welt erblickte.

Liebe Grüße an alle hier nicht genannten von Tesla (Main Midgard) & Anatos Avantalis (Main Albion).

Die Screenshots oben, sind noch sehr alt, damals noch mit der sogenannten Classic-Engine, später wurde das dann noch durch Catacombs aufpoliert, zusätzlich mit sehr detailierten Charaktereinstellungen für das Gesicht (Nase, Augen, Mund, Haare, Hautfarbe etc.). Hier mal ein InGameScreenshot der neureren Engine, in dem Fall eine hübsche Avalonierdame.

Huebsche Avalonierin mit der neuen Engine Catacombs

Besonders die filigranen Gesichter und die anatomische Korrektheit mochte ich bei den Charakteren. Obwohl es in den Reichen überall verschiedene Menschen gab, unterschieden Sie sich stark (Wüstenvolk, Highländer, Bretonen, Nordmenschen, Kelten)

Wer mal einen kostenlosen Einblick wagen mag oder weitere Infos zu “Dark Age of Camelot” sucht, kann es sich ja hier mal näher anschauen, ich glaube eine kostenlose Testversion kann man dort auch runterladen. Die offizielle Communityseite von dem europäischen Betreiber GOA findest Du hier.

Hier nochmal ein paar Impressionen, was das Spiel zu bieten hat, ich persönlich überlege schon seit längerem mal wieder rein zu schauen. Werde aber davon abgeschreckt, das viele sagen, es lohne sich nicht mehr wirklich, da die Bevölkerung immer mehr schrumpft. Jedoch bietet das Spiel ein hervorragendes PvP System, was bisher noch in keinem anderem Spiel in dem Ausmaß vertreten war. Hier hat wirklich alles noch etwas sehr episches, da gibt es dann wirklich riesige Schlachten und Taktiken um Burgen zu erobern, Gildenflaggen zu hissen und vorteilen für die Gilde die das Keep derzeit hält und natürlich auch dem Reich, das derzeit die meisten Keeps in den RvR Zonen hält.

Wer nach der 14 Tagetestversion gefallen gefunden hat, kann das komplette Spiel mit allen bisherigen Erweiterungen derzeitg für 19,- Euro bei Amazon erstehen. Ich habe es auf jedenfall schonmal in den Einkaufswagen gelegt, und sei es nur um mal eine Runde aus Renaissancegründen zu drehen und zu schauen, ob vielleicht wirklich noch jemand aus der (ur-)alten Zeit da ist. Mal schauen… nochmal auf 50 LvLn, hmm… wenn alles stimmt gern. Vor allem verbinde ich das Spiel mit der Hoffnung auf ein reiferes Publikum, als das was ich bisher in WoW gefunden habe (Außnahmen bestätigen die Regel). Nun wünschte ich oftmals, ich hätte meinen Account vor Jahren nicht verkauft… die 90,- Euro waren viel zu wenig…

Zum Schluß noch was zum Schmunzeln, was ich beim kramen in meinen Backups noch gefunden habe zum Thema DAoC. Ein Zwigespräch zwischen einem Paladin (Scarfire) und meinem kleinen Necromanten (Fellown), die Screenshots der Reihe nach lesen ;)

Paladin vs. Necromant - Teil 1 / 5 Paladin vs. Necromant - Teil 2 / 5 Paladin vs. Necromant - Teil 3 / 5 Paladin vs. Necromant - Teil 4 / 5 Paladin vs. Necromant - Teil 5 / 5

Mal schauen, vielleicht finde ich ja in WoW doch noch etwas von dem, was ich einst in DAoC erleben durfte oder ich versuche es nochmal in DAoC ? Ich denke das von damals werde ich heute nicht mehr finden, zuviel hat sich verändert. Beide Spiele sind Klasse, jedoch können die noch so schönen riesigen Welten nur durch die Spieler hinter den Chars zum leben erweckt werden.

3 Responses

  1. Einsám sagt:

    ohh so ergeht es mir auch mit DAoC :( nur leider habe ich keine Hoffnung das die Population zunehmen wird :( es war so toll durchs RvR zu streichen und nicht jeden Tag in WOW Heroics abzufarmen und sich mit kindern rumzuschlagen :(
    schade das mythic nie daoc 2.0 bringt ich wäre einer der ersten käufer :)
    mach weiter so mit deinem blog !
    und vielen dank für die wundervollen erinnerungen an die gute alte zeit in DAoC :)
    mfg Bele/Einsám

  2. Avantalis sagt:

    Ja, Dark Age of Camelot bleibt ein Klassiker, eigentlich müssten Sie nur die Gameengine etwas aufpolieren. Grafisch den heutigen Gegebenheit anpassen, paar neue Features und los gehts. Natürlich auch mal etwas die Werbetrommel rühren, Blizzard macht Fernsehwerbung, was macht Mythic… nichts.

    Ich würde gern wieder anfangen, hab mir schon mehrere Freie und auch Bezahlte MMOs angeschaut, aber so richtig gezogen hat mich keins. Jedes hat irgendwelche enormen Macken die man am Anfang nicht bemerkt hatte.

    Atlantica – langweilige Welt, interessante Spielweise, mies umgesetzt…

    Sword of the New World – nettes Szenario, nette Chars, leider hat man ab Stufe 90 das Gefühl die Entwickler sind abgehauen. Alles wird wie Kaugummi gezogen mangels Einfallsreichtum. Die Krönung dann mit 100…

    EVE Online – Nettes Raumschiffspektakel, am Anfang hat man wirklich Interesse dran, ich bin eh ein großer Spacefan, aber dann fehlen Grundlegende Eigenschaften um ins Spielgeschehen abzutauchen, keine Innenperspektive, keine eigene Steuerung des Schiffs, Stationen, Schiffe und Planeten sind nicht begehbar. Alles dort wirkt so distanziert, man hat das Gefühl man wird aus dem Geschehen ausgeschlossen.

    Conan – kein Kommentar, Bugfest without Feature and Future.

    Starwars Galaxies – langweilige Welt, immer das gleiche, schneller Endcontent, aber dann kommt nix.

    Everquest – Der Name ist Programm, unendliche Questreihen, die meisten allein nicht schaffbar und irgendwie läuft das Spiel in Zeitlupe.

    EQ2 – the same…
    Dann hab ich noch einige nicht nennenswerte getestet. Es fehlt was neues… WoW ist bei mir absolut die Luft raus, ich hab sogar den Spieleordner gelöscht, den ich sonst immer aufgehoben habe um nicht bei einer Laune nochmal das ganze Spiel neu zu installieren und einen ganzen Tag mit updates verbringen.

    Was mich derzeit etwas interessiert ist Infinity, werde ich wenn ich Zeit habe mal testen und vielleicht einen Beitrag schreiben. Ist wie Eve nur mit all den Features die EVE fehlen um richtig gut zu sein und grafisch eines der kommenden Perlen, mal hoffen es nicht son Blender wird wie Conan.

  3. Bloody.O.o sagt:

    daoc ist tot *schnief… die haben gerade den endcluster gemacht und der geht bald von goa nach mythic (übersee)… geiles game aber die haben sich 0 drum gekümmert, ziehen lieber ihr verkrüppeltes warhammer hoch… wenn die daoc damals richtig ausgebaut hätten hätte wow nicht den marktanteil den es heute hat… daoc *seufz

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